11.09.2010, 18-24 Uhr, Lange Museumsnacht in Trier
Zur „Langen Museumsnacht“ in Trier am Samstag, 11. September 2010, öffnen das Stadtmuseum Simeonstift, das Bischöfliche Dom- und Diözesanmuseum, das Karl-Marx-Haus und das Rheinische Landesmuseum wieder bis 24 Uhr ihre Pforten. Die vier Museen laden ein zu einer Nacht voller Kunst und Kultur. Sonderführungen, Live-Musik, Familien- und Kinderaktionen zum Mitmachen, Filmvorführungen, Lesungen und natürlich kulinarische Genüsse erwarten die Besucher.
Märchen, Musik & Ulli Schneider im Stadtmuseum Simeonstift
Schwungvoll geht‘s im Stadtmuseum Simeonstift durch die Nacht. In Kurzführungen werden alle halbe Stunde einzelne Werke des Hauses vorgestellt, so dass sich entspannt in kleinen Häppchen Kunst und Kultur genießen lässt. Gleich in der ersten Führung des Abends stehen die barocken Götterstatuen von Ferdinand Tietz im Zentrum des Interesses, später eines der beliebtesten Exponate des Hauses, das Stadtmodell, das den Zustand Triers in der Zeit um 1800 präsentiert, oder kostbaren Kleider in der Textilsammlung. Für Sportfreunde gibt es ein besonderes Schmankerl, wenn der ehemalige Torwart des SV Eintracht Trier 05 Ulli Schneider anhand eines historischen Fußballschuhs die Entwicklung des wichtigsten Fußballer-„Arbeitsgeräts“ erklärt.
Kurzführungen erlauben auch Einblicke in die aktuelle Sonderausstellung „Raue Schönheit. Eifel und Ardennen im Blick der Künstler“. Eine Sonderführung für Familien schließt eine Bastelaktion für Kinder mit ein. In die zum Teil sehr urtümliche Stimmung mancher Gemälde taucht gleich drei Mal am Abend die Märchenerzählerin Lotte von der Inde ein, wenn sie Schauergeschichten aus der Eifel zum Besten gibt. Zum Mitmachen lädt ein Percussion-Experiment ebenfalls in der Sonderausstellung: Mithilfe einfacher Schlag- und Effektinstrumente können unter Anleitung die stürmischen Winde und rauen Naturbegebenheiten geräuschvoll umgesetzt werden. Im Foyer stimmt ein Jazz-Trio die Gäste musikalisch auf den Abend ein, während auf dem historischen Kreuzgang verschiedene Cocktails bei einem eindrucksvollen Blick auf die romantisch angeleuchtete Porta Nigra genossen werden können.
Laterna Megica & Themenführungen im Museum Karl-Marx-Haus
Nach dem überwältigenden Erfolg der Laterna-Magica-Aufführungen in der letztjährigen Trierer Museumsnacht wird es im Museum Karl-Marx-Haus ein Wiedersehen mit der Theatergruppe „illuminago“ geben. Sie bietet wieder ein unterhaltsames Programm rund um die Geschichte des Projektionsapparats und seine Verwendung in den sozialen Auseinandersetzungen der Industrialisierung im 19. Jahrhundert.
Der Abend wird mit einer Laterna-Magica-Inszenierung für Kinder eröffnet: Wie in einem „Cinderella-Club“ für englische Arbeiterkinder vor über 100 Jahren wird zu Unterhaltung und vergnüglicher Bildung eingeladen – mit einem rauchenden Vulkan, bewegten Schweinen und wandernden Planeten. Bei den drei Aufführungen der Inszenierung „Feuer im Schacht!“ steht ein Bergarbeiter-Song im Mittelpunkt. Dramatische Bilder eines Grubenunglücks illustrieren den Traum eines Jungen, der die Angst der Bergarbeiterfamilien vor Grubenunglücken wiedergibt. Die Projektionskünstler werden das Publikum aber auch mit lustigen Geschichten erheitern und mit romantischen Darstellungen ländlicher Idylle verzaubern. Neben diesen Highlights für Auge und Ohr sorgt im malerischen Innenhof des Museums Familie Raskob (Polizeikantine Trier) mit einem Trierischen Büffet für das leibliche Wohl der Gäste. Zu Kappes-Teerdisch, dicken Bohnen oder Trierer Kartoffelsupp’ gibt es Bier, Viez und Alkoholfreies zu trinken. Bildungshungrige können am frühen Abend an den kurzen Themenführungen „Karl Marx in Trier“ und „Der Migrant Karl Marx“ teilnehmen, die sich zeitlich gut mit den Theateraufführungen im Museumscafé und einem Abstecher zum Büffet kombinieren lassen.
Rheinisches Landesmuseum entführt ins Reich der Schatten
Auch im Rheinischen Landesmuseum wird einiges geboten. Ab 18 Uhr werden im Café Zeitsprung Snacks und Getränke serviert. „Hand-Werk/Kunst-Werk“ lautet der Titel einer Ausstellung der Gruppe „Werkform“ mit Scherenschnitten zum Selbermachen und Töpfer- und Holzarbeit-Vorführungen. Außerdem lockt das interaktive Römerkino zum Mitmachen: eine Medieninstallation mit Ralf Kotschka.
Ein Highlight ist sicher das mediale Raumtheater „Im Reich der Schatten – Leben und Lieben im römischen Trier“: Mit hochmoderner Technik verbinden sich dabei Elemente aus Kino, Theater und Trickfilm zu einem Erlebnis für alle Sinne. Für die mitreißende und poetische Inszenierung konnten die Macher mit Peter Striebeck und Christoph Maria Herbst zwei renommierte Darsteller als Sprecher gewinnen. Das mediale Raumtheater ermöglicht den Besuchern eine Zeitreise ins römische Trier. Ort der Inszenierung ist die legendäre „Neumagener Gräberstraße“ des Museums mit den fast 2.000 Jahre alten originalen Grabdenkmälern, die in der Nähe von Trier gefunden wurden und bis heute als archäologische Sensation gelten. Diese kunstvollen Grabreliefs bilden den Hintergrund der Inszenierung, die den Besuchern die Welt der Antike erlebbar macht und ihnen einen faszinierenden Einblick in das Alltagsleben im römischen Trier bietet.
Ab 20 Uhr legt DJ Michael Reufsteck unter dem Motto „Gypsymania“ Musik auf. Ergänzt wird der Abend durch diverse Führungen und ein Kinderprogramm ab 18 Uhr: „In Deinem Schatten ...“ – Scherenschnitte selbst herstellen; „Im Reich der Schatten“ entführt zu gruseligen Medusen, in tiefe Wälder und schwere Stürme; „Das interaktive Römerkino“ lässt die Kinder Teile der Medieninstallation werden.
Bolivianische Nacht im Museum am Dom
Zur diesjährigen Trierer Museumsnacht wird sich im Museum am Dom noch einmal alles um Bolivien drehen.
Von bolivianischer Musik über Kunsthandwerk bis hin zu fotografischen Impressionen und natürlich nicht zu vergessen zeitgenössischer Kunst aus Bolivien werden sich die Besucher in das Land im Herzen Lateinamerikas versetzt fühlen. Die Besucher haben außerdem die letzte Gelegenheit zu einer Führung durch die Ausstellung „arte Bolivia“.
Um 18.30 Uhr, 20.30 Uhr und 22.30 Uhr führt Kurator Markus Groß-Morgen durch die Ausstellung „arte Bolivia – Kunst aus Bolivien“. Foto-Impressionen aus Bolivien, zusammengestellt von Eugen Reiter, sind ergänzend als permanente Fotoshow zu sehen. Ab 19.00 Uhr spielt zu jeder vollen Stunde die Gruppe Chuquiago unter der Leitung von Rolando Sanchez bolivianische Musik an verschiedenen Standorten im Museum und im Innenhof. Bolivianischer Tanz, Leckerbissen aus der bolivianischen Küche und der Verkauf von bolivianischem Kunsthandwerk runden den Abend im Bischöfliche Dom- und Diözesanmuseum ab.
www.museumsstadt-trier.de