18. September, 20.00 Uhr – Kulturfabrik, Koblenz
In diesem Jahr wird der 150. Geburtstag der bekannten Dichterin Clara Viebig gefeiert. Eindringlich und packend gestaltet die um 1900 meistgelesene deutsche Schriftstellerin Massenszenen und Schicksale wie keine andere. Bereits 1897 formulierte die Dichterin die Gedanken der noch jungen Frauenbewegung und wurde unbewusst zu einer ihrer Vorkämpferinnen. In unterschiedlicher Weise wird die gebürtige Triererin in diesem Jahr geehrt.
So versetzt das Theaterstück „Alles kam auf mich zu!“ die Zuschauer an einen anderen Jubeltag der Schriftsellerin: Am 17. Juli 1930, dem 70. Geburtstag der Dichterin Clara Viebig, würdigen unzählige Zeitungen ihr Werk. Clara ist am Höhepunkt ihres Schaffens angelangt. Eine kleine Auswahl von lebensbegleitenden Persönlichkeiten kommt zu Wort, um dem Zuschauer die wichtigsten Etappen und Ereignisse ihres schaffensreichen Lebens zu erzählen: Ihre Mutter, ihre Freundin Angelika Schlüter, Theodor Fontane, die Malerin Käthe Kollwitz und Mariechen, ihre Hausangestellte, die Freud und Leid mit Clara teilte und bis zu ihrem Tod bei ihr blieb.
Dass die junge Clara eigentlich Konzertsängerin werden wollte, wird dem Zuschauer ebenso eindrucksvoll präsentiert wie die „scharfe“ Zunge der alten Clara (Margot Hoffmann-Sigg). Persönliche Erinnerungen, zeitgeschichtliche Fakten, politische und gesellschaftliche Veränderungen werden in Szene gesetzt. Das Publikum lernt eine ungewöhnliche, starke Frauenfigur des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts kennen; eine kritische, scharfsinnige, äußerst kreative Künstlerpersönlichkeit, die trotz ihres persönlichen Leids nie ihren Lebenswillen und ihren Humor verliert.
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