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NENA - Nicht nur geträumt

 

Esch (LUX), Rockhal - 29. April, 20.30 Uhr


Schaut man sich an, was die Stars der Neuen Deutschen Welle heute machen, sieht es zumeist recht dunkel aus. Die einzige, die von Anfang an Erfolg hatte und auch heute noch mit neuem Material problemlos Hallen füllt, ist Nena. Gleich die erste Single, „Nur geträumt“, wurde 1982 ein Hit und gilt heute als Highlight der Neuen Deutschen Welle. Der Nachfolger „99 Luftballons“ verkaufte sich allein in den USA eine Million Mal und blieb dort 23 Wochen in den Charts. (Leider schaffte der Song es „nur“ auf Platz 2. Die Ehre die einzige deutschsprachige Nummer Eins der amerikanischen Charts darf übrigens Falco mit „Rock me Amadeus“ für sich beanspruchen.) Seitdem folgen Single-Hits auf erfolgreiche Alben, ausverkaufte Konzerttouren auf Preisverleihungen. Nena war in mehreren Kinofilmen zu sehen und in Zürich stand sie in einer Inszenierung des „Jedermann“ auf der Bühne.
In den Neunzigern war es ein wenig stiller um Nena, weil sie sich stärker ihrer Familie widmete und einige Alben mit Kinderliedern veröffentlichte. Aber seit sie 2002 ein Album mit modernen Versionen ihrer zahlreichen Hits herausgebracht hat, spielt sie wieder in der ersten Liga mit.
Am liebsten tut sie Dinge, die man von ihr nicht erwartet: Mit Westbam, dem Großmeister des deutschen Electro, hat sie 2002 den Club-Hit „Oldschool Baby“ eingespielt. Mit Tok Tok 2004 den House-Track „Bang Bang“ nachgeschoben. Gleichzeitig besteht Nenas Band aus gestandenen Rockmusikern, die bereits mit Gun n’Roses, Billy Joel, Paul Simon und Joan Jett zusammen gearbeitet haben. Nenas Erfolg ist ungebrochen, weil sie es schafft, immer neue Generationen von Fans anzusprechen: So setzt sich das Publikum eben nicht nur aus den Veteranen der NDW zusammen; auch viele junge Fans, viele Kinder sind auf den Geschmack gekommen. Darum wird bei dem Konzert in der Rockhal ein besonderes Arrangement geboten: Ein abgesperrter Bereich vor der Bühne ist Kindern von 6 bis 10 Jahren vorbehalten. Jede Gruppe kann natürlich von einem Erwachsenen begleitet werden. Da macht Kinder-Sitten doch Spaß! 

29. April – Rockhal, Esch (LX)

Auf dem Weg zum Horizont

Natürlich ist es nicht einfach, neben solchen Größen wie Rihanna und Mika auf der Bühne zu glänzen. Aber wenn es eine kann, dann ist es sicher die Mama, vielleicht inzwischen auch Oma der deutschen Popmusik: Nena. Und genauso wird es am 29. April in der Rockhal in Esch auch sein. Natürlich kann man sich bei solchen Aussagen, wie „Oma der Popmusik“ fragen, ob Nena nun inzwischen Jopi Heesters-like auf die Bühne geschoben wird und die Auftritte nur noch aufgrund der Schnelligkeit der Treppenlifte unterscheiden kann. Aber wer sich so ein Bild macht, hat in den letzten Jahrzehnten sicher „Nur geträumt“ und den kometenhaften Aufstieg von Nena überhört und dabei einige der wunderbarsten Kleinode der deutschen Musik verpasst.
Trotzdem kann man heute in Deutschland voraussetzen, dass mindestens jeder schon mindestens einmal von Nena gehört hat. Sei es in den Tagen der Neuen Deutschen Welle neben Extrabreit und Konsorten oder auch als Schauspielerin in zahlreichen deutschen Filmproduktionen und für das jüngere Publikum zuletzt als Jurorin bei „Unser Star für Oslo“. (Was auch die Frage aufwirft, warum Nena nie beim Eurovision Songcontest war.) Oder einfach als die Allround-Künstlerin der deutschen Kultur seit nunmehr 33 Jahren.
Aber ein Unterschied wird einem immer klar, wenn man Nena betrachtet und dann andere Künstler, die für Otto Normal sehr weit weg sind. Nena war nie weit weg. In Talkshows oder Interviews ist Nena immer noch das Mädchen, das damals in Hagener Discos unterwegs war und für Starrummel und Allüren nichts übrig hat. „Lieber Ideen als Idiotien“ scheint Nena ganz gut zu beschreiben. Während sich andere Stars Presseskandale und ähnliches leisten, gründet Nena die erste demokratische Schule in Deutschland. Während sich andere exzessiv den Drogen hingeben, lebt Nena lieber den normalen Familientraum. Und obwohl das alles sehr vernünftig klingt, ist Nena immer noch genau so jung wie früher: Eine Frau, die ihren Höhepunkt wohl niemals erreichen wird, weil sie es immer wieder schafft, sich neu zu entdecken und die Menschen zu begeistern.
Und das auch nicht nur wegen ihrer Ideen und vielen Facetten, sondern auch aufgrund der Tatsache, dass sie früher wie heute eines der Ausnahmetalente deutscher Musik ist. Mit Songs wie „99 Luftballons“ und „Nur geträumt“ hat sie sich damals schon in internationale Herzen gesungen. Auch abseits ihrer eigentlichen Wurzeln findet sie immer wieder Anklang. Sei es in der elektronischen Musik oder beim Aufnehmen eines Kinderalbums. Es scheint fast so, als wolle sie jedes Mal mit dem Kopf durch die Wand in genau die andere Richtung laufen, die sie vorher eingeschlagen hat. Und genau diese Energie, mit der sie sich immer wieder selbst erfindet und gleichzeitig sie selbst bleibt, können ihre Konzertbesucher jetzt schon erwarten. Und man hat tatsächlich das Gefühl, dass wenigstens an einer Person die Jahre spurlos vorüber gegangen sind, wenn Nena auf der Bühne tanzt, das Publikum zum Tanzen bringt oder einfach durch das Olympiastadion in Berlin eine Runde nach der anderen dreht, während die Masse und sie sich gegenseitig zu Höchstleistungen treiben.
Besonders auf dieser Tour können sich auch schon die Konzertbesucher auf viele junge Mittanzende freuen. Denn Nena hat in diesem Jahr allen Kindern bis 12 Jahre, die mit ihren Eltern kommen, den Eintrittspreis erlassen (zumindest den ertsen 500, die sich für diese Sonderaktion anmelden). Nur eine Frage stellt sich nach alledem. Ist an dieser Frau eigentlich irgendetwas Falsches? Definitiv nicht! An dieser Frau ist einfach nur mehr, als man ihrem jugendlichem Charme zugestehen möchte: Grandiose Ideen, ein unermüdlicher Wille Gutes zu tun, ein Herz für die Menschen und eine Liebe zur Musik.
Für Nena ist der Horizont wohl die einzige Grenze. Natürlich nur, wenn ihre Luftballons nicht schon weiter geflogen sind. Aber ganz sicher wird der Zwischenstopp in Luxemburg unvergesslich für alle Besucher. (hen)

Außerdem:
27. April – Triangel. St. Vith (B)
28. April – Capitol, Eupen (B)

www.eupenarena.con
www.rockhal.lu
www.nena.de



www.eupenarena.com 
www.rockhal.lu

 
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