Koblenz, Konradhaus - 20. März, 20.00 Uhr
Die Spielregeln sind klar und allgemein bekannt. Zwei Menschen begegnen sich flüchtig, begehren sich, tauchen ein in die Illusion, eine einzigartige Verbindung miteinander eingegangen zu sein, genießen die Idee der „großen Liebe“, obwohl sie es besser wissen und schon im nächsten Augenblick sich einem anderen Menschen zuwenden, mit dem sie eine andere Seite ihrer selbst ausleben.
Das Stück „Blue Room“ ist eine moderne Adaption von Arthur Schitzlers „Reigen“. David Hare konnte in seiner Neubearbeitung aus dem Jahr 1998 sicherlich etwas ungezwungener agieren als Schnitzler, der das Original Ende des 19. Jahrhundert schrieb und 1900 zunächst als Privatdruck veröffentlichte. Erst 1913 wurde „Reigen“ uraufgeführt. Die Vorsicht ist verständlich, führt man sich die prüde Gesinnung vor dem Ersten Weltkrieg vor Augen. In zehn Dialogen werden die Situationen vor und nach der „Zusammenkunft“ geschildert. Diese Treffen sind aber niemals Zusammenkünfte aus Liebe, es ist stets die Lust, die die Treibende Kraft ist. So sind die Verbindungen flüchtig. Kaum hat man sich aus dem Bett des einen Partners erhoben, wendet man sich dem nächsten zu. So bilden die zehn Bilder einen Bogen: Jeder Akteur ist stets in zwei Episoden mit unterschiedlichen Partnern vertreten, auf diese Weise wird der Faden einmal durch alle Gesellschaftsschichten gesponnen.
David Hare hat diese Kombinationen vorsichtig in die Gegenwart geholt. Zum einen sind seine Neuerungen technischer Art: In seiner Bearbeitung kann das Stück von zwei Schauspielern auf die Bühne gebracht werden. Zum anderen werden die Rollen dem Zeitgeschehen angepasst. Es spielen: Annika Woyda und Robert Agnello
Premiere: 20. März, 20.00 Uhr; weitere Vorstellungen: 26./27. März.
www.konradhaus.de