Neuwied, Schlosstheater -März
Eine Theatergruppe hat den „König Lear“ angekündigt. Die Kulissen sind aufgebaut, die ersten Zuschauer treffen ein, das Ensemble ist bereit - fast. Der Garderobier Norman ist erleichert, als endlich auch der Darsteller der Hauptrolle da ist, König Lear. Aber „Sir“, nicht nur Protagonist, sonder auch gleichzeitig Chef der Truppe, ist in beunruhigendem Zustand. Krankheit, Alter und Müdigkeit haben ihm seine Kräfte geraubt, und die Vorstellung ist gefährdet. Norman ist nicht nur Sirs „Dresser“ (so der original Name des Stückes), er ist ebenso Psychologe, sein Souffleur und Begleiter. Niemand kennt Sir so gut wie er, nicht einmal seine Ehefrau Milady ist so vertraut mit den Gewohnheiten, mit den Vorlieben und Schwächen des großen Schauspielers. Und nur mit Normans Hilfe kann Sir die Vorstellung spielen, buchstäblich mit letzter Kraft.
Tragisch und berührend, aber auch immer wieder komisch ist dieser Blick hinter die Kulissen während einer Shakespeare-Vorstellung. Autor Ronald Harwood weiß dabei, wovon er schreibt: Er selbst war in Garderobier („dresser“) des großen Shakespeare-Mimen Sir Donald Wolfit, der die Vorlage für Harwoods „Sir“ liefert. „The Dresser“ feierte 1980 am Royal Exchange Theatre Premiere und wurde für den Laurence Olivier Award als bestes Stück nominiert.
18., 19., 21. bis 28. März sowie 30. und 31. März, jeweils 20.00 Uhr. Das Ensemble gastiert auch am 7. März, 20.00 Uhr im Kurtheater in Bad Ems.
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