Emmelshausen, ZAP - 12. März, 20.00 Uhr
Als „Jesus Christ Superstar“, die Rockoper des damals noch unbekannten Andrew Lloyd Webber 1971 uraufgeführt wurde, erregte das Stück grioßes Aufsehen: Zu neu, zu ungewohnt war die Perspektive, die dort eingenommen wird. Erzählt wird die Geschichte der letzten sieben Tage im Leben Jesu Christus, also jener Tage des Einzugs in Jerusalem zum Pesach-Fest, des letzten Abendmals, des Verrats Judas‘, der Gefangennahme, des Prozesses, des Kreuzwegs und der Hinrichtung. Eigentlich altbekannte Motive, die in den Evangelien festgehalten sind. Aber Webber wagt einen neuen Blick auf die Situation, sieht Jesus nicht so sehr in seiner religiösen Rolle als Erlöser, sondern als poloitischer Führer und als – der Name des Stückes sagte es bereits – Superstar, als eine Person, deren Gesellschaft durchaus Bekanntheit bringt. So Sind die Jünger denn auch weniger an seiner Botschaft als viel mehr am Ruhm interessiert. Ausgerechnet Judas Iscariot, der in der christlichen Überlieferung eine verachtenswerte Rolle einnimmt, sorgt sich um Jesus, verrät ihn an die Hohenpriester, aber, wie er aufrichtig annimmt, zu Jesu Schutz, nicht um ihn zu sabotieren.
Diese ungewohnte, ja revolutionäre Herangehensweise an die zentralen Episoden der christlichen Überlieferung haben zunächst radikale christliche Gruppen auf den Plan gerufen, die seinerzeiten gegen das Stück massiv protestierten. Den Erfolg von „Jesus Christ Superstar“ konnten sie aber nicht aufhalten. Die Rockoper gründete gleichsam ein ganzes Genre und wurde hunderte Male aufgeführt. Schließlich wurde die Musik auch auf Radio Vatikan gesendet, erhielt also die Weihen von ganz oben.
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