Linz, Marienkirche - 20. März, 19.30 Uhr
Koblenz Elisabethkirche - 21. März, 18.00 Uhr
Man kann sich durchaus leichteres vornehmen, als als Laienchor die Johannes-Passion von Bach einzustudieren. Das Werk ist vielschichtig, ist kompliziert. Es kommt auf Nuancen an. Da wird noch durch die Sechzehntelnote das Klappern der Würfel dargestellt – so schildert es uns zumindest Herman Wagener, der Dirigent des Bachcores Koblenz. Unermüdlich proben er und der Chor während der unwirtlichen Wintermonate im Eichendorff-Gymnasium in Koblenz. Immer und immer wieder werden die Passagen wiederholt. Laienchor zu sein heißt schließlich beileibe nicht, laienhaft aufzutreten. Zur Johannes-Passion gehört auch die Passion der Chormitglieder.
Es ist Sonntag und ein Wetter, bei dem man keinen Hund vor die Tür jagt. Darum ist auch in der Casinostraße in Koblenz kein Mensch unterwegs. Am Ende der Straße strahlt das Eichendorff-Gymnasium im Sonntagsruhe aus. Doch, warum stehen die vielen PKWs auf dem Schulhof? Die Schultür ist unverschlossen. Aus einigen Klassenzimmern ertönt Klaviermusik und Gesang. Die Neugier lässt den Eindringling an einer Tür verharren.
Man will keine Lobhudeleien einheimsen, sondern jede(r) hat sich vorgenommen, das Werk in der bestmöglichen Qualität aufzuführen. Und Qualität ist gefragt, denn Bachs Johannes-Passion verlangt einem Laienchor das Äußerste an Präzision und Gestaltungsvermögen ab. Der Thomaskantor nahm wenig Rücksicht auf die Möglichkeiten oder Grenzen der Sänger, er verwirklichte vor allem seine kreativen Ideen. „Mit den Bach’schen Passionen wird man nie fertig, man muss sich immer wieder neu einarbeiten“, meint einer der Chorsänger, der das Werk schon viele Male gesungen hat.
Das Ergebnis dieser Mühen kann der interessierte Hörer an 20. März in Linz und am 21. März in Koblenz bewundern.
www.bach-chor-koblenz.de